Der Ladepark Kapfenberg (Werk-6-Straße 32) ist eine E-LKW-Ladeinfrastruktur der Breitfuss IV GmbH. Das System steuert das Laden intelligent, um Solarstrom optimal zu nutzen, Netz-Lastspitzen zu vermeiden (Leistungspreis sparen) und sicherzustellen, dass alle Fahrzeuge rechtzeitig voll sind.
Kernbausteine:
Das Dashboard zeigt den Live-Energiefluss als Diagramm – wer wieviel Strom produziert, speichert und verbraucht.
| Element | Bedeutung |
|---|---|
| ☀️ PV / Wechselrichter | Aktuelle Solarproduktion (gelb). Fließt zu Batterie, Verbrauch oder Netz. |
| 🔋 neoom TERRA | Batteriespeicher. Grün = lädt, blau = entlädt. SOC = Ladezustand in %. |
| Ladepunkte (Kreise) | Jeder Kreis = 1 Ladepunkt. Türkis/grün = lädt aktiv, violett = angesteckt/voll, grau = frei. |
| Linien | Jede Linie führt von neoom zu einem Ladepunkt. Leuchtet grün + Partikel fließen, wenn dort geladen wird. |
| Öffentl. Netz / Trafo | Netzbezug (rot) oder Einspeisung (grün) über den 3,2-MW-Trafo. |
Tipp: Im Energiefluss-Tab kannst du über die Legende einzelne Linien ein-/ausblenden und beliebige Zeiträume (Von/Bis) abrufen.
| Gerät | Details |
|---|---|
| HYC300-1 / HYC300-2 | Je 2 Ladepunkte (LP1/LP2), bis 300 kW. Per Modbus TCP steuerbar (192.168.17.10 / .11). Smart Charging kann diese drosseln/freigeben. |
| HYC1000 | 4 Module (M1–M4) × 2 Seiten (L/R) = 8 Ladepunkte, max 400 kW gesamt (Alpitronic teilt automatisch auf aktive LPs auf). Aktuell nur über daemobil sichtbar – Modbus-Steuerung erst nach Firmware-Update. |
Statusfarben: lädt angesteckt/voll frei
Hinweis: Bei kurzen Modbus-Aussetzern bleibt der „angesteckt"-Status bis zu 120 s erhalten (kein Flackern).
Das System wählt automatisch einen von vier Modi – je nach Sonne, Uhrzeit und ob morgen ein Werktag ist:
| Modus | Wann | Was passiert |
|---|---|---|
| 🌞 SOLAR | Tagsüber, genug PV | Lädt mit verfügbarer Solarleistung + Batterie-Boost. Ziel: möglichst viel Eigenstrom nutzen, wenig Netzbezug. |
| 🌅 SOLAR_FADE | ~1 h vor Sonnenuntergang | Übergangsphase: Leistung wird graduell heruntergefahren. |
| 🌙 NIGHT | Nach Sonnenuntergang, morgen Werktag | Bedarfsgerechtes Laden: berechnet pro Fahrzeug, wieviel kW nötig sind, damit es bis 05:00 Uhr voll ist (basierend auf SOC + Akkugröße + verbleibender Zeit). Mindestens 10 kW (0 kW würde Ladeabbruch verursachen). |
| 🏖️ IDLE | Nach Sonnenuntergang, morgen frei (WE/Feiertag) | Mindestladen – kein Druck, da kein früher Abfahrtstermin. |
Alle Zeiten = Lokalzeit Wien. Die NIGHT-Berechnung nutzt die fahrzeugspezifische Akkukapazität (z. B. MAN eTGX 480 kWh, eActros 600 kWh).
Jede LKW-Marke hat eine andere Batterie-Chemie und braucht andere Laderegeln. Einstellbar unter Ladeplanung → Ladeprofil & Kalibrierung (Schieberegler je Marke):
| Marke | Chemie | Alltag | Wochenende | Kalibrierung |
|---|---|---|---|---|
| Mercedes eActros 600 | LFP | 98 % | 95 % | 1×/Woche 100 % (BMS-Kalibrierung Pflicht) |
| MAN eTGX | NMC | 90 % | 70 % | keine (n/a) |
| Volvo FH Electric | NMC/NCA | 90 % | 70 % | keine (n/a) |
LFP-Akkus (Mercedes) müssen regelmäßig voll geladen werden, damit das BMS den Ladezustand neu kalibriert. NMC/NCA-Akkus (MAN/Volvo) sollten nicht dauerhaft auf 100 % stehen (Degradation), daher Limit im Alltag. Nachts wird so langsam wie möglich bis zur Abfahrt geladen (schonend, NMC max 70 kW). Der Kalibrier-Status (letzte Vollladung je Fahrzeug) wird unter Ladeplanung angezeigt; das Ladeprotokoll zeigt pro Vorgang „Geladen bis %" und „Kalibriert: ja/nein".
Pro Ladepunkt/Fahrzeug kann eine Ladelogik gewählt werden (Collection charge_logics):
| Logik | Verhalten |
|---|---|
| smart | Smart-Charging-Algorithmus (SOLAR/NIGHT/IDLE automatisch) – Standard |
| sofort | Lädt sofort mit voller verfügbarer Leistung |
| power | Maximale Leistung, ignoriert Solaroptimierung |
| nacht | Lädt gezielt nachts (günstig, lastspitzenarm) |
| solar | Nur mit Solarüberschuss laden |
| mindest | Nur Mindestladung halten |
| gesperrt | Kein Laden |
Der Powermodus übersteuert Smart Charging für einen Ladepunkt: das Fahrzeug bekommt die volle Leistung (bis 320 kW), ohne Drosselung. Nützlich, wenn ein LKW dringend schnell voll muss.
Der Netzbetreiber (Stadtwerke Kapfenberg, NE5) verrechnet einen Leistungspreis von 58,44 €/kW/Jahr – berechnet auf die höchste 15-Minuten-Durchschnitts-Spitze des Monats. Jede vermiedene kW spart ~4,87 €/Monat.
Auto-Drosselung: begrenzt die Gesamt-Ladeleistung auf eine Ziel-Spitze (aktuell 400 kW), damit keine teuren neuen Lastspitzen entstehen. Die Drosselung wirkt über die HYC300 (steuerbar); der HYC1000 zählt zur Basislast.
Im Stromkosten-Tab → Einsparungsrechner zeigt das 15-Min-Diagramm, wann Spitzen auftraten – ideal, um sie per Disposition zu glätten.
Der Stromkosten-Tab vergleicht Fixpreis vs. aWATTar-Börsenpreis – jeweils inkl. aller Netzabgaben + anteiligem Leistungspreis (brutto). So siehst du die echten Gesamtkosten.
| Kostenblock | Inhalt |
|---|---|
| Energiepreis | Fixpreis 9,61 ct/kWh bzw. aWATTar-Marktpreis |
| Netz pro kWh | Netznutzung + E-Abgabe + Verluste + Effizienz + HKN + Zonentrennung + EAG-Netz (~4 ct/kWh) |
| Leistungspreis | auf die 15-Min-Monatsspitze (größter Netzkostenblock) |
| Fixkosten/Monat | Messentgelt + Betriebsführung + EAG-Pauschale |
Tarif-Einstellungen: pro Jahr gepflegt. Standardmäßig schreibgeschützt – zum Ändern erst „Bearbeiten" klicken, dann „Speichern" (mit Bestätigung). Verhindert versehentliches Überschreiben.
Der Einspeisen-Tab steuert, wie überschüssiger Solarstrom ins Netz eingespeist wird. Er hat fünf Bereiche:
| Untertab | Inhalt |
|---|---|
| Übersicht | Kurzzusammenfassung: PV aktuell, Einspeisung, Akku-Stand, Empfehlung der Logik, Wetter heute/morgen |
| Einspeisebegrenzung | Hartes Limit (Standard 30 kW). Übersteigt die Einspeisung das Limit, werden ALLE Wechselrichter (Huawei WR1-4 + Fronius Haus/Werkstatt/Halle) stufenlos + gerampt gedrosselt (HAL-Regelung, herstellerunabhängig, alle ~3-10s). Alle WR werden seit 28.07.2026 selbst gesteuert (aus neoom entfernt). Manuelle WR-Steuerung möglich. |
| Wetterprognose | Open-Meteo (Kapfenberg): Sonnenstunden, Bewölkung, Globalstrahlung → erwartete PV-Produktion heute (gesamt + Rest) und morgen |
| Ladebedarf-Prognose | Erwarteter Strombedarf der Fahrzeuge (aus den Profilen der Flottenplanung – keine Doppelpflege) |
| Einspeise-Logik | Vorausschauende Entscheidung mit Schiebereglern für alle Parameter |
Wie die intelligente Logik denkt:
PV-Rest heute (Wetter) − Ladebedarf (Flotte + Puffer) − freie Akku-Kapazität = Überschuss-Prognose.
Ist der Akku über der eingestellten Schwelle (z.B. 80%) und ein Überschuss prognostiziert, wird schon jetzt mit dem vollen Limit eingespeist – statt am Abend PV abzuregeln. Sonst haben Laden + Akku Vorrang.
Alle Parameter per Schieberegler: Akku-Schwelle, Einspeise-Limit, Überschuss-Schwelle, Sicherheitspuffer, Ziel-SoC der Fahrzeuge, Ziel-Akkustand sowie optional Börsenpreis-Berücksichtigung (aWATTar).
Hinweis: Der Leistungspreis (Stromspitzen) wird ab 2027 deutlich teurer – effiziente, vorausschauende Steuerung wird damit noch wichtiger.
Das Optimierungs-Dashboard rechnet mit echter mathematischer Optimierung (Mixed-Integer-Linear-Programming, Google OR-Tools) den kostenoptimalen Ladeplan – berücksichtigt gleichzeitig Spotpreis (aWATTar), alle Netzkosten & Abgaben, Leistungspreis (Peak-Shaving), PV-Eigenverbrauch und Batteriespeicher. Vier Tabs:
Die Batterie kann auch aus dem günstigen Nachtstrom geladen werden, wenn die PV sie nicht voll bekommt – der Solver entscheidet automatisch nach Gesamtkosten. Der Flex-Tarif (aWATTar) lohnt sich erst ab mehr Fahrzeugen / höherem Netzbezug; bei 4 LKW bleibt der Fixtarif günstiger.
Der neoom TERRA Batteriespeicher (774 kWh) wird direkt per Modbus TCP gesteuert. Das System liest alle Live-Werte (SoC, Zellspannungen, Temperaturen, Gesundheit) und kann den Speicher aktiv laden/entladen – abgesichert durch einen Watchdog (falls die Steuerung ausfällt, geht der Speicher automatisch in den sicheren autonomen Modus).
Solange ein fixer Stromtarif gilt, geht es nicht um Preis-Arbitrage, sondern darum, über den Tag so viel wie möglich einzuspeisen (fixer Einspeisetarif) – ohne teuren Netzstrom kaufen zu müssen. Der Clou: Wenn die Wetterprognose später große PV-Spitzen zeigt, die über das 30-kW-Einspeise-Limit hinausgehen würden (= Abregelung/Verlust), speist das System schon jetzt aus der Batterie ein, um Speicherplatz zu schaffen. So fängt die Batterie später mehr Sonne auf → mehr Gesamteinspeisung.
Das System berechnet laufend aus der Datenbank:
Für jeden 15-Minuten-Zeitschritt t (von jetzt bis in die Nacht) werden diese Größen optimiert: Einspeisung ft, Netzbezug gt, Batterie laden ct / entladen dt, Ladestand st, PV-Abregelung at.
Δt = 0,25 h (15 min). wgrid=5, wcurt=3, wsoc=4 = Straf-Gewichte (Netzbezug und Abregelung werden „bestraft", damit das System sie vermeidet; das SoC-Defizit sorgt dafür, dass die Batterie zur Nacht voll genug ist). Gelöst mit Google OR-Tools (SCIP-Solver), Neuberechnung alle 5 Minuten.
Die aktive Steuerung wird bewusst per Schalter aktiviert (Admin). Im aktiven Betrieb rechnet das System alle 5 Minuten neu und gibt den optimalen Setpoint mit Watchdog an die Batterie. Wird der Schalter aus- oder das Skript unterbrochen, fällt der Speicher automatisch in den autonomen Modus zurück.
Auf der Seite Stromkosten gibt es einen Schalter Fixtarif ↔ Flextarif. Er stellt die gesamte Einspeise- und Ladelogik automatisch um:
Der Strom wird immer zuerst in die Fahrzeuge geladen (Pflichtlast in der Energiebilanz). Erst danach wird die Batterie für die Nachtreserve gefüllt, und eingespeist wird nur der echte Überschuss – typischerweise am Wochenende oder an Feiertagen, wenn wenig verladen wird oder die Batterie voll ist bzw. nicht schnell genug laden kann.
Die Steuerung läuft live (nicht nur als Planung): Der Regelzyklus nutzt für den Moment „jetzt“ die echten Messwerte (aktuelle PV-Leistung, Last, Batterie-SoC), die Prognose dient nur der Vorausplanung der späteren Stunden. Eine harte Sicherung verhindert im Fixtarif jedes Laden aus dem Netz. Dieselbe MILP-Logik wird auf der Optimierungsseite mit Prognosedaten für „Was-wäre-wenn“-Szenarien verwendet.
Die erwartete letzte Fahrzeug-Ankunft wird je Wochentag aus den echten Ladedaten berechnet (Montag anders als Freitag oder Samstag). So weiß das System z.B. freitags, dass die Fahrzeuge früher da sind, und plant Lade-/Einspeisereserve entsprechend.
Im Tab Flextarif-Speicher (2027) auf der Optimierungsseite lässt sich durchrechnen, wie viel ein größerer Speicher bei Flextarif durch Netz-Arbitrage bringt (nachts billig laden, tags teuer einspeisen). Einstellbar sind Einspeise-Limit und Batterie-Lade/Entladegeschwindigkeit – damit lässt sich auch beantworten: Was wäre, wenn wir schneller einspeisen dürften?
WICHTIG (Stand 28.07.2026): Seit alle Wechselrichter aus der neoom-Konfiguration entfernt wurden, steuert unsere Software ALLE Wechselrichter selbst (herstellerunabhängig über die HAL-Treiber: Huawei WR1–4 + Fronius Haus/Werkstatt/Halle). neoom regelt nur noch die Batterie und misst den Netzanschluss (Smart Meter). Dadurch gibt es kein Tauziehen mehr zwischen unserer Logik und neoom.
Diese Logik entscheidet sekundengenau, wohin der Strom fließt – mit drei zusammenspielenden Reglern:
Grundprinzip (Mathias 14.07.2026): Laden bringt am meisten Geld, Einspeisen am wenigsten – aber es darf NIE Energie verloren gehen. Erlös je kWh: Fahrzeug laden 0.45 € · Einspeisen ~0.06 € (Fixpreis bis 31.12.2026). Laden ist also rund 7,5× wertvoller als Einspeisen.
| Prio | Situation | Was passiert | Wohin fließt der Strom |
|---|---|---|---|
| 1 | LKW lädt (Last ≥ Schwelle, PV deckt ihn nicht) | Ladepark-Vorrang – Batterie entlädt bis leer | PV + Batterie decken den LKW-Bedarf (bis 0 % / Tiefentladeschutz). Kein Netzbezug fürs Batterie-Laden, kein Einspeisen. Erst wenn die Batterie leer ist → Netzbezug für den LKW. |
| 2 | Batterie unter Nachtreserve (nutzbar < 100 kWh), kein LKW-Engpass | Reserve aufbauen – kein Einspeisen | PV-Überschuss lädt die Batterie. Was die Batterie nicht aufnehmen kann, speist neoom trotzdem ein – keine Energie geht verloren. Kein aktives Laden aus dem Netz (das kostet Geld). |
| 3 | Nacht & morgen schlechtes Wetter | Reserve behalten – kein Einspeisen | Batterie wird geschont, damit morgen früh genug Strom da ist. Prüft Wetterprognose + Fahrzeugbedarf. |
| 4 | Standard (Reserve da, kein LKW-Engpass, Batterie noch nicht voll) | Einspeisen + gleichzeitig laden (max 30 kW ins Netz) | Der PV-Überschuss über dem Einspeise-Limit lädt aktiv die Batterie (Modus 2). So gehen nur 30 kW ins Netz, der Rest füllt die Batterie – kein PV-Strom wird verschenkt. Ist zu wenig PV-Überschuss da (< Limit), wird nur geladen, nicht eingespeist (kein Netzbezug fürs Einspeisen). |
| 5 | Batterie voll (≥ 98 %) & PV-Überschuss > Einspeise-Limit | WR-Drossel hält das Limit | Batterie ist voll – kann nicht mehr puffern. Jetzt drosselt die stufenlose WR-Regelung alle Wechselrichter gemeinsam sanft herunter, sodass nie mehr als 30 kW eingespeist werden (früher: neoom; jetzt: unsere eigene Regelung, da alle WR selbst gesteuert). |
Bevor eingespeist wird, müssen 100 kWh nutzbar in der Batterie sein – das deckt den nächtlichen Eigenverbrauch (Beleuchtung, Technik am Platz Süd). Solange weniger da ist, wird die Batterie zuerst geladen. Erst wenn die 100 kWh erreicht sind, beginnt die konstante 30-kW-Einspeisung; der restliche PV-Strom lädt die Batterie weiter Richtung voll (für die nächtliche Einspeisung).
Wenn trotz Sonne/PV-Produktion nicht eingespeist wird, liegt es an genau einem dieser drei Gruende – die Logik prueft sie in dieser Reihenfolge:
| Grund | Erklaerung | Anzeige im Live-Log |
|---|---|---|
| 1. Batteriestand zu niedrig | Nutzbar < 100 kWh Nachtreserve. Der PV-Überschuss fuellt zuerst die Batterie, statt einzuspeisen. Haeufigster Grund am fruehen Morgen – die Batterie ist ueber Nacht durch den Lichtstrom-Eigenverbrauch gesunken. | „RESERVE-AUFBAU: nutzbar X kWh < 100 kWh“ |
| 2. LKW laden (Ladepark-Vorrang) | Wenn Fahrzeuge mehr Leistung ziehen als die PV liefert, hat das Laden Vorrang – die Batterie speist die LKW, es wird NICHT eingespeist (Laden bringt 0.45 €/kWh, Einspeisen nur ~0.06 €). | „LKW-VORRANG: Batterie speist LKW X kW“ |
| 3. Nacht + morgen schlechtes Wetter | Nachts, wenn die Wetterprognose fuer den Folgetag zu wenig PV erwarten laesst, wird die Reserve geschont statt entladen – damit morgen frueh genug Strom da ist. | „KEIN Einspeisen: Nacht + morgen schlechtes Wetter“ |
Beispiel (typischer Morgen): Um Mitternacht war die Batterie durch den naechtlichen Lichtstrom-Verbrauch auf ~80 kWh nutzbar gesunken – unter die 100 kWh-Reserve. Deshalb wurde das Einspeisen gestoppt („RESERVE-AUFBAU“). Am Morgen laeuft die PV zwar wieder, aber der Überschuss fuellt zuerst die Batterie zurueck auf 100 kWh. Erst dann startet automatisch wieder die 30-kW-Einspeisung. Es ist also NICHT das Wetter und NICHT ein LKW – sondern der Batteriestand, der erst die Nachtreserve wieder aufbauen muss.
„Tag“ ist, wenn die PV liefert (> 8 kW) oder die Uhrzeit im Tagfenster liegt. So wird ein früher Sommermorgen korrekt als Tag erkannt (laden + einspeisen), nicht als Nacht.
Alle Werte werden sekundengenau live berechnet. Hier die Kernformeln mit Bedeutung:
| Formel | Bedeutung |
|---|---|
| nutzbar_kWh = NetSoC[%] ÷ 100 × Kapazität[774 kWh] | Wie viel Energie ist real nutzbar in der Batterie? (Netto-SoC, neooms Schutzreserven schon abgezogen.) Entscheidet, ob die Nachtreserve erreicht ist. |
| reserve_ok = (nutzbar_kWh ≥ Nacht_Reserve[100 kWh]) | Ist genug für die Nacht da? Wenn nein → nicht einspeisen, erst Batterie füllen. |
| PV_Überschuss = PV_Leistung − LKW_Last | Wie viel PV bleibt übrig, nachdem die Fahrzeuge versorgt sind? Nur echter Überschuss darf eingespeist / in die Batterie geladen werden. |
| Verbrauch_Süd = PV + Batterie_Entladung − Netz_Einspeisung | Energiebilanz zur Erkennung des unsichtbaren HYC1000-LKW (kein Modbus bis Herbst). Ist dieser Wert > 50 kW, obwohl die Software keinen LKW „sieht“ → es lädt trotzdem einer. |
| LKW_effektiv = max(LKW_gemessen, Verbrauch_Süd falls >50) | Die tatsächliche LKW-Last – auch der unsichtbare HYC1000 wird berücksichtigt, damit die Batterie nicht fälschlich einspeist statt zu laden. |
| Netz_Soll = 0 (bei Prio 1/2/3) | neoom hält das Netz auf 0: die Batterie gleicht die Differenz aus (entlädt für LKW bzw. lädt aus PV). Kein Bezug, kein Einspeisen. |
| Netz_Soll = −Einspeise_Limit (Prio 4) | Negativ = Einspeisung. neoom speist konstant diesen Wert ein und puffert den Rest in die Batterie. |
| Netz_Soll = −PV_Überschuss (Prio 5, Batterie voll) | Alles einspeisen was übrig ist → kein WR-Curtailment, kein Energieverlust. |
Die vorausschauende Optimierung (MILP) minimiert die Gesamtkosten über die nächsten Stunden:
Rechenbeispiel: Selbst mit teurem Nachtstrom (Bezug ~13,76 ct) lohnt sich Laden: 0.45 € − 0,14 € = 0,31 €/kWh Gewinn. Deshalb hat Laden immer Vorrang – sogar mit Netzbezug.
Kurz gesagt: Erst Fahrzeuge laden (bringt am meisten Geld), dann Batterie füllen (Nachtreserve 100 kWh), dann einspeisen – und dabei NIE Energie verschenken. Alle Grenzen laufen laufend neu durch die Optimierung.
Die zentrale Stelle für ALLE Fahrzeuge (Menü „Fahrzeuge", nur Admin). Hier wird jedes Fahrzeug einmalig gepflegt – diese Daten werden systemweit verwendet (Ladeplanung, Smart Charging, Optimierung, Protokoll). Es gibt nur noch eine Quelle, kein Durcheinander mehr.
Pro Fahrzeug einstellbar:
Eine Änderung hier wirkt sofort überall. Tipp: Marke korrekt setzen, sonst greift die falsche Ladelogik (LFP lädt auf 98%, NMC nur 90%).
Plant, welches Fahrzeug wann lädt. Berücksichtigt Abfahrtszeiten, SOC-Ziele und die verfügbare Leistung. Ziel: alle LKW rechtzeitig voll, ohne Lastspitzen.
Historie aller Ladevorgänge: welches Fahrzeug, wann, wieviele kWh, von/bis SOC. Datenquelle: daemobil + Modbus. Für Abrechnung & Auswertung.
| Komponente | Adresse / Detail |
|---|---|
| HYC300-1 (LS01) | Modbus 192.168.17.10:502 – steuerbar |
| HYC300-2 (LS02) | Modbus 192.168.17.11:502 – steuerbar |
| HYC1000 (LS03) | 192.168.17.12 – Modbus erst nach FW-Update; aktuell daemobil-Anzeige |
| neoom TERRA (BEAAM) | HTTPS-API – PV/Batterie/Netz-Werte |
| Smart Meter | Carlo Gavazzi – Netzbezug/Einspeisung |
| daemobil | GraphQL-API – Lade-Sessions, SOC, Fahrzeug-Zuordnung |
| Datenbank | MongoDB – energy_data (Snapshots), charge_logics, rfid_tags, tarife |
Ein LKW wurde nicht voll – warum?
Meist weil er zu kurz angesteckt war oder vorzeitig abgesteckt wurde. Im Ladeprotokoll sieht man Start/Ende und ob die Session „stopped" (manuell getrennt) wurde. Im NIGHT-Modus rechnet das System die nötige Leistung bis 05:00 – ist genug Zeit, wird er voll.
Warum lädt er nur langsam (z. B. 85 kW) obwohl die Säule 300 kW kann?
Im SOLAR-Modus wird auf verfügbare Solarleistung begrenzt (Eigenstrom-Optimierung). Für volle Leistung den Powermodus nutzen.
Warum sehe ich kurze Lastspitzen im Diagramm?
Echte Spitzen werden durch die Auto-Drosselung gedämpft. Vereinzelte ~500-kW-Ausschläge waren Mess-Ausreißer der neoom-API und werden herausgefiltert.
Ist aWATTar günstiger als der Fixpreis?
Aktuell etwa gleichauf – die Netzabgaben + Leistungspreis sind bei beiden gleich, nur der Energieanteil unterscheidet sich. Der Vergleich im Einsparungsrechner zeigt es tagesgenau.
Bei Fragen oder fehlenden Erklärungen → Mathias / Karl.